Personalgewinnung
Vier Wege, eine Stelle zu besetzen. Wir gehen nur einen davon.
Wer Pflegekräfte rekrutieren will, hat im Grunde vier Möglichkeiten. Keine davon ist für alle Fälle richtig. Diese Seite beschreibt alle vier, auch die drei, an denen wir nichts verdienen. So können Sie einordnen, wofür der vierte taugt.
Die vier Wege im nüchternen Vergleich
Selbst ausbilden
Das ist der beste Weg, wenn er funktioniert, aber auch der langsamste. Bis zum Examen vergehen drei Jahre, dazu kommt die Praxisanleitung, die Sie ohnehin knapp haben. Wer heute anfängt, hat in drei Jahren eine Fachkraft, die mit hoher Wahrscheinlichkeit bleibt. Die Lücke im nächsten Winter schließt dieser Weg aber nicht.
Im Inland gewinnen
Dazu gehören Anzeigen, Prämien, Social Media und Personalberatung. Das funktioniert dort, wo es überhaupt noch jemanden gibt, den man gewinnen kann. Zunehmend wird daraus ein Umverteilen zwischen Häusern in derselben Region. Der Aufwand steigt, die Verweildauer sinkt. Am Ende zahlt jedes Haus die Prämie.
Zeitarbeit
Zeitarbeit ist das richtige Werkzeug, wenn zwei Kolleginnen gleichzeitig ausfallen und der Dienstplan diese Woche stehen muss. Sie ist das falsche, wenn eine Planstelle seit anderthalb Jahren darüber läuft. Eine Leihkraft kostet zwischen 50 und 60 Euro in der Stunde. Bei 160 Stunden sind das 8.000 bis 9.600 Euro im Monat. In angespannten Lagen sind es bis zu 15.000 Euro. Diese Rechnung kommt wieder, solange die Stelle offen bleibt.
International anwerben
Das ist der Weg, den wir gehen. Vom Vertrag bis zur Urkunde dauert er etwa ein Jahr, danach ist die Stelle fest besetzt. Er ist aufwendiger als eine Anzeige und günstiger als ein Jahr Zeitarbeit. Einen Haken hat er allerdings: Er funktioniert nur, wenn jemand die Menschen nach der Ankunft nicht allein lässt. Sonst haben Sie in achtzehn Monaten dieselbe Lücke und eine enttäuschte Kollegin dazu.
Was internationale Anwerbung wirklich verlangt
Zwischen dem Entschluss und der anerkannten Fachkraft liegen Sprachausbildung bis B2, ein Anerkennungsverfahren mit Defizitbescheid, ein Visumsverfahren, ein Anpassungslehrgang oder eine Kenntnisprüfung, eine Wohnung, ein Konto, eine Anmeldung und ungefähr ein Dutzend Fristen. Jeder dieser Schritte kann ein Verfahren um Monate verschieben, wenn ihn niemand im Blick behält.
Deshalb ist die entscheidende Frage bei diesem Weg, wer die Kette zusammenhält. Wir haben dafür eine eigene Sprachschule und ein eigenes telc-Prüfungszentrum aufgebaut. Die Anerkennung läuft über die staatlich anerkannte Lernwerkstatt Pflege. Auf unserer welcome at work Plattform sehen Sie jede Fachkraft selbst, statt nachfragen zu müssen.
Was es kostet
Ab dem ersten Arbeitstag zahlen Sie ein Jahr lang rund 1.220 Euro im Monat. Das sind zusammen 14.600 Euro pro Stelle. Dazu kommt der Lehrgang für die Anerkennung. Ein Monat Zeitarbeit für dieselbe Stelle kostet 8.000 bis 9.600 Euro. Der Unterschied ist weniger die Höhe als das Ende: Unsere Zahlung endet nach einem Jahr, die andere Rechnung kommt jeden Monat wieder.
Häufige Fragen
Wie kann ich Pflegekräfte aus dem Ausland anwerben?
Entweder Sie werben selbst an. Dann brauchen Sie Kontakte im Herkunftsland, einen Sprachkursanbieter, jemanden für das Visumsverfahren und Geduld mit den Behörden. Oder Sie arbeiten mit einem Partner, der diese Kette schon hat. Entscheidend ist in beiden Fällen, wer die Fachkraft nach der Ankunft begleitet.
Welche Voraussetzungen müssen Pflegekräfte aus dem Ausland erfüllen?
Eine abgeschlossene pflegerische Ausbildung im Herkunftsland, Deutsch auf dem Niveau B2 mit Fachsprache, ein Anerkennungsverfahren bei der zuständigen Behörde und ein Visum zur Anerkennung oder zur Beschäftigung. Der Bescheid aus dem Anerkennungsverfahren legt fest, was noch fehlt.
Wie lange dauert es, bis jemand im Dienstplan steht?
Vom Arbeitsvertrag bis zur Einreise vergehen bei uns etwa fünf Monate. Wenige Tage nach der Ankunft arbeitet die Fachkraft als Pflegehilfskraft mit. Parallel laufen rund sechs Monate Qualifizierung und Prüfung. Die Urkunde liegt meist im siebten Monat nach der Ankunft vor.
Was kostet das im Vergleich zu einer Personalberatung?
Eine Personalberatung berechnet üblicherweise ein Honorar in Höhe von zwei bis drei Monatsgehältern für eine Besetzung im Inland und ist danach fertig. Unsere 14.600 Euro decken zusätzlich die Sprachausbildung bis B2, das Anerkennungsverfahren, das Visum und zwölf Monate Begleitung nach der Anerkennung ab. Der Lehrgang kommt getrennt dazu.
Welcher Weg passt zu Ihrem Haus?
Beschreiben Sie uns, wie viele Stellen offen sind und wie lange das schon so geht. Ist ein anderer der vier Wege für Sie besser, sagen wir Ihnen das im Gespräch.
