Zeitarbeit und Festanstellung
Zeitarbeit überbrückt Ausfälle, eine eigene Fachkraft besetzt die Stelle.
Beides hat seinen Platz. Wir halten Zeitarbeit nicht für ein Übel. Der Unterschied zeigt sich vor allem im dritten Jahr, wenn dieselbe Planstelle immer noch über Leihkräfte läuft. Auf dieser Seite rechnen wir beides offen gegeneinander.
Die Rechnung Monat für Monat
Eine Leihkraft kostet Ihr Haus je nach Verhandlungslage zwischen 50 und 60 Euro in der Stunde. Bei 160 Stunden im Monat sind das 8.000 bis 9.600 Euro für eine einzige Vollzeitstelle. In angespannten Lagen, etwa kurzfristig oder am Wochenende, sind es bis zu 15.000 Euro im Monat.
Diese Rechnung kommt jeden Monat wieder, solange die Stelle offen ist. Aus zwölf solchen Monaten wird ein sechsstelliger Betrag für eine Stelle, die danach genauso unbesetzt ist wie vorher.
Eine eigene internationale Fachkraft kostet bei uns rund 1.220 Euro im Monat. Die Zahlung läuft ein Jahr lang, zusammen sind das 14.600 Euro. Dazu kommt einmalig der Lehrgang für die Anerkennung. Danach zahlen Sie nichts mehr. Der eigentliche Unterschied liegt deshalb weniger in der Höhe als darin, dass die eine Zahlung endet und die andere nicht.
Ein Teil davon kann zurückkommen. Der Lehrgang ist eine Weiterbildung nach § 82 SGB III. Vor der Anerkennung kann die Agentur für Arbeit die Lehrgangskosten vollständig übernehmen. Zusätzlich kann sie das Arbeitsentgelt für Unterrichts- und Lernzeit mit bis zu 100 Prozent bezuschussen. Für Leiharbeit gibt es nichts dergleichen.
Grundlage der Zeitarbeitssätze: Verhandelte Sätze aus Angeboten an Einrichtungen, mit denen wir arbeiten. Die Spitzenwerte stammen aus Erfahrungsberichten unserer Kunden. Marktüblich rechnen Zeitarbeitsfirmen mit dem 1,8- bis 2,5-Fachen des Bruttostundenlohns. Wer Stundenlohn und Verrechnungssatz verwechselt, rechnet deshalb um den Faktor zwei falsch. Stand September 2026.
Was sich im Alltag unterscheidet
| Leihkraft | Eigene Fachkraft |
|---|---|
| Für die Bewohner oft mehrmals im Monat ein neues Gesicht | Dieselbe Person, die den Bewohner und seine Eigenheiten kennt |
| Das Stammteam arbeitet bei jedem Wechsel neu ein | Einmal eingearbeitet, trägt sie dauerhaft mit |
| Dauerposten im Budget, dessen Höhe von der Marktlage abhängt | Feste Zahlung für ein Jahr, danach endet sie |
| Sonderrolle im Team, die bei Diensten und Wünschen oft Reibung erzeugt | Teil des Teams mit denselben Regeln wie alle |
| Verfügbar, solange der Markt es hergibt | Vier von fünf sind drei Jahre nach der Anerkennung noch da |
Wofür Zeitarbeit trotzdem richtig ist
Wenn zwei Kolleginnen gleichzeitig ausfallen und der Dienstplan in dieser Woche stehen muss, ruft man keine Anerkennungsbehörde an. Für kurzfristige Spitzen, Krankheitswellen und die Zeit bis zu einem Wiedereinstieg ist Zeitarbeit genau das richtige Werkzeug. Wir raten niemandem, sie von heute auf morgen abzuschaffen.
Der Fehler beginnt dort, wo das Werkzeug zum Dauerzustand wird: wenn drei Planstellen seit anderthalb Jahren über Leihkräfte laufen und niemand mehr zusammenrechnet, was das gekostet hat. Viele Häuser nutzen deshalb beides parallel. Das ist der realistische Weg: Die Leihkraft überbrückt die Monate, bis die eigene Kraft examiniert ist.
Was sich seit dem Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz geändert hat
Seit der Änderung von § 82c SGB XI gelten Mehrkosten für Leiharbeit in der Pflegesatzverhandlung nicht mehr ohne Weiteres als wirtschaftlich angemessen. Der Gesetzgeber wollte damit erreichen, dass Zeitarbeit ein Werkzeug für kurzfristige Ausfälle bleibt und kein dauerhaftes Betriebsmodell wird.
Was das für Ihr Haus konkret bedeutet, hängt von Ihrer Vereinbarung und Ihrem Kostenträger ab. Eine Rechtsauskunft maßen wir uns nicht an. Es ist aber der Grund, warum das Thema in vielen Trägerrunden gerade neu aufgerufen wird. Die Frage nach dem Ausstieg ist dadurch dringlicher geworden.
Häufige Fragen
Sind Leiharbeiter teurer als Festangestellte?
In der Stunde deutlich. Zeitarbeitsfirmen rechnen mit dem 1,8- bis 2,5-Fachen des Bruttostundenlohns, weil Lohnnebenkosten, Nicht-Einsatzzeiten und die Marge des Dienstleisters darin stecken. Für eine Vollzeitstelle sind das 8.000 bis 9.600 Euro im Monat. In angespannten Lagen sind es bis zu 15.000 Euro.
Wie schnell steht eine internationale Fachkraft im Dienstplan?
Wenige Tage nach der Ankunft in Deutschland arbeitet sie im Rahmen der Qualifizierung unter Anleitung mit. Nach rund sechs Monaten Qualifizierung und Prüfung ist sie examiniert, die Urkunde liegt meist im siebten Monat vor.
Können wir beides parallel nutzen?
Ja, viele Häuser tun genau das. Die Leihkraft überbrückt die Monate, bis die eigene Kraft examiniert ist.
Was, wenn die Fachkraft doch geht?
Die Zahlungen enden zum Monatsende. Wir besetzen ohne weiteres Honorar nach. Bei einer Leihkraft, die abgezogen wird, haben Sie diese Zusage nicht.
Rechnen wir Ihren Fall durch.
Sagen Sie uns, wie viele Stellen wie lange offen sind und was Sie derzeit für Leihkräfte zahlen. Wir stellen beides mit Ihren Zahlen nebeneinander. Dann sehen Sie selbst, ab wann sich der andere Weg trägt.
