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RatgeberBleiben und Integration

Warum internationale Pflegefachkräfte kündigen und was dagegen hilft

Die häufigsten Gründe für eine frühe Kündigung liegen selten im Fachlichen. Es sind Wohnsituation, Behördenfrust, fehlende Ansprechpersonen und das Gefühl, im Team geduldet statt gebraucht zu werden. Fast alles davon lässt sich abfedern, wenn jemand zuständig ist und früh genug hinschaut.

Der Abschied kündigt sich an

Wer nach acht Monaten geht, hat die Entscheidung selten an diesem Tag getroffen. Meist gab es Wochen vorher Signale: ein Mietvertrag, der auslief, ein Behördenschreiben, das niemand erklärt hat, eine Schicht, in der jemand ungeduldig wurde. Einzeln ist nichts davon ein Kündigungsgrund, zusammen aber sehr wohl.

Was am häufigsten zum Bruch führt

  • Wohnen: eine befristete Unterkunft ohne Anschlusslösung oder eine Wohnung weit weg vom Dienstort
  • Behörden: Schreiben in Amtsdeutsch, Fristen, Termine während der Schicht
  • Familie: Der zweite Winter ohne die eigenen Kinder wiegt schwerer als der erste.
  • Team: Die Fachkraft ist fachlich anerkannt, sozial aber außen vor.
  • Erwartung: Was in der Anwerbung versprochen wurde, deckt sich nicht mit dem Alltag.

Was in der Praxis hilft

Mehr Gehalt löst keinen dieser Gründe. Was hilft, ist banal und deshalb selten: eine feste Person, die sich regelmäßig meldet, auch wenn gerade nichts ist. Sie liest den Behördenbrief und merkt, wenn jemand seit drei Wochen einsilbig ist.

Genau das ist unsere langfristige Integration. Deshalb dauert die vierte Etappe zwölf Monate. Sie ist bewusst die längste des ganzen Weges und liegt hinter dem Punkt, an dem viele Anbieter ihre Arbeit beenden.

Was Sie als Einrichtung dazu beitragen

Ihr Beitrag ist klein, aber wichtig: ein Platz im Team, offene Türen und die Bereitschaft, uns früh zu sagen, wenn in der Schicht etwas hakt. Je früher wir davon wissen, desto kleiner ist die Lösung.

Fachlich geprüft von der staatlich anerkannten Lernwerkstatt Pflege

Häufige Fragen dazu

Wie lange bleiben internationale Fachkräfte im Schnitt?

Bei uns sind vier von fünf auch drei Jahre nach der Anerkennung noch im Team. An dieser Zahl lassen wir uns messen. Sie hängt fast vollständig an der Begleitung nach der Anerkennung.

Was passiert, wenn eine Fachkraft trotzdem kündigt?

Die Zahlungen enden zum Monatsende. Wir schlagen Ihnen ohne weiteres Honorar eine Nachbesetzung vor. Vorher versuchen wir allerdings, die Situation zu retten und zu verstehen, woran es lag. Das gelingt öfter, als man denkt.

Können wir die Begleitung auch selbst übernehmen?

Das können Sie, manche Häuser machen das gut. Unsere Erfahrung ist nur: Im Stationsalltag geht es unter, weil es niemandes Aufgabe ist. Deshalb hat es bei uns einen Namen und eine zuständige Person.

Noch Fragen zu Ihrem Fall?

Wir erklären es Ihnen am Telefon. Das Gespräch ist unverbindlich, ein Angebot machen wir nur, wenn Sie eines möchten.